


Geschichte
Der Gebsen-Käse ist ein Hartkäse aus der Bergregion Bregenzerwald, der vorwiegend im Frühjahr und Sommer auf den Almen kreiert wird. Das Besondere an diesem Naturprodukt ist die Milchreifung. Sie findet in sog. Holzgebsen
(Gefäßen) statt. Der Käse erhält dadurch seinen einzigartigen individuellen Geschmack.
Laut Sprachwissenschafter soll die Bezeichnung „Gebse“ rätischen Ursprungs sein, sie hat also eine lange Vergangenheit. Im Bregenzerwald gewann die Milchreifung in solchen Holzgefäßen vor allem mit der Hartkäseerzeugung ab dem 18. Jahrhundert an Bedeutung. Seit damals werden die Kenntnisse dieser Art der Käseproduktion von Generation zu Generation weitergegeben. Allerdings seit den wirtschaftlichen und technischen Umbrüchen, die die Talschaft im vorherigen Jahrhundert erfasst und in weiterer Folge zu einer Neudefinition des Bauernstandes geführt haben, ist die Käseproduktion mit Gebsen rückläufig. Dies ist vor allen Dingen auf ein ungünstiges Preis-Leistungs-Verhältnis zurückzuführen, da der Gebsen-Käse sich nicht mit maschineller Produktion verträgt und folglich nicht in großen Mengen hergestellt werden kann. Jedoch orientiert sich der Käsepreis generell an der Masse.
Der Gebsen-Käse ist nicht nur ein hochwertiges Nahrungsmittel, sondern namentlich ein Kulturgut der Alpen. In ihm kommen die Vielfalt der Natur und die Fähigkeiten des Menschen zur Geltung, die Naturereignisse mit Vernunft und Harmonie zu bündeln. Im Zuge der Förderung dieses Kulturgutes haben sich Bauern, Wissenschafter und Förderer zu der Gemeinschaft „Gebsenkäse“ mit dem längerfristigen Ziel zusammen geschlossen, mit Holzgebsen arbeitende Betriebe direkt zu fördern.





